In der Hoffnung, ihre verstreute Familie wiederzufinden, verlassen die 9-jährige Somira und ihr 4-jähriger Bruder Shafi mitten in der Nacht ein Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch und begeben sich auf eine abenteuerliche Reise nach Malaysia.
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Der erste in der Sprache der Rohingya und ausschliesslich von Rohingya gespielte Spielfilm betrachtet das Drama ihrer Vertreibung aus den Augen der Kinder: Somira und Shafi spielen Verstecken, lachen, rennen – für einen Moment sind sie einfach Kinder. Doch hinter ihnen werden Taschen gepackt. «Was soll mit, was muss bleiben?», fragt der Grossvater seinen Enkel in Malaysia am Handy. Wenig später treten die Geschwister mit ihrer Tante und drei Plastiksäcken hinaus in die stockdunkle Nacht. Am Zaun des Kutupalong-Camps zwängen sie sich mit anderen durch ein Loch im Draht – der erste Schritt in eine ungewisse Zukunft.
Von der Andamanensee bis in den malaysischen Dschungel begegnen die Geschwister den unterschiedlichsten Menschen und Herausforderungen. Akio Fujimoto erzählt ihre Reise ins glitzernde Kuala Lumpur in 28 Tagen, unterteilt in Kapitel, die jeweils eine neue, anders gefärbte Etappe einleiten. Die Odyssee, auf die er uns mitnimmt, steht nicht nur für das konkrete Beispiel einer Flucht, die auf wahren Berichten basiert, sondern auch als Metapher für die Situation eines Volkes, ja vieler Völker. Dank der Unschuld der Blicke und Spiele der Kinder verwandelt seine flüssige und sinnliche Inszenierung die Tragödie in eine Ode an die Solidarität. Ein seltenes Werk über ein Volk in der Schwebe.
von Akio Fujimoto mit Shomira Rias Uddin, Shofik Rias Uddin, MM, 2025, Od, 99 Minuten, freigegeben ab 16 Jahren