Während sich die Dörfer im Mandatsgebiet gegen die britische Kolonialherrschaft auflehnen, pendelt Yusuf zwischen seinem ländlichen Zuhause und der Stadt Jerusalem hin und her und sehnt sich nach einer Zukunft jenseits der wachsenden Unruhen.
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Wir schreiben das Jahr 1936, das palästinensische Volk befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt in seiner Geschichte. Das Jahr markiert den Beginn eines breiten, organisierten Widerstands gegen die britische Mandatsmacht und die zionistische Einwanderung – ein Ereignis, das die politische Entwicklung Palästinas bis heute prägt. In parallelen Erzählsträngen folgt Annemarie Jacirs Epos drei Figuren, die auf unterschiedliche Weise in die Aufstände verwickelt sind. Mit einem internationalen Cast (u.a. Jeremy Irons, Billy Howle, Liam Cunningham) und altbekannten palästinensischen Stars wie Hiam Abbass oder Saleh Bakri gelingt Jacir ein dicht gewebter Epochenfilm, über mehrere Kontinente finanziert, aber vollständig in der Region gedreht.
Seltenes Archivmaterial liefert das historische Gerüst, vor welchem sich die Geschichte um Yusuf, Afra und Khalid abspielt: Jerusalems geschäftiges Völkergemisch nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches, die Migration europäischer Juden auf der Flucht vor den Nazis und die Versuche der Briten, ihre Kolonialherrschaft durchzusetzen. Nach «Wajib, When I Saw You» und «Salt of This Sea» (bei trigon-film erhältlich) ist es Jacirs grösste Produktion. Wie schon Cherien Dabis in «All That’s Left of You» greift sie das Thema der britischen Kolonialgeschichte in Palästina auf und widerlegt die zionistische Idee «ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land». Vor allem aber zeigt sie mit eindringlicher Filmmusik und präziser Kameraführung, wie sich Geschichte und Politik leise ins private Leben einschreiben.
von Annemarie Jacir mit Jeremy Irons, Hiam Abbass, Liam Cunningham, Robert Aramayo, PS, 2025, Od, 119 Minuten, freigegeben ab 12, empfohlen ab 12 Jahren